
Zwei Personen schildern nacheinander dieselbe Situation aus der eigenen Wahrnehmung, jeweils knapp, anschließend paraphrasiert jede die Sicht der anderen. Der Clou: erst Spiegel, dann Nachfrage. So werden Annahmen geprüft, Sprache verfeinert, Auslöser verstanden. Das ritualisierte Wechseln der Perspektive zeigt, wie stark Kontext das Urteil prägt. Häufig tauchen verdeckte Auslöser auf, die mit Bias verwechselt wurden – oder umgekehrt. Dieses Mini-Format trainiert Empathie und kognitive Flexibilität, ohne viel Zeit zu benötigen, und schafft unmittelbare Aha-Momente für den Alltag.

Teams sammeln kurze Anekdoten, in denen eine potenzielle Verzerrung erkannt und fair adressiert wurde. Der Fokus liegt auf gelingender Praxis, nicht auf Schuld. Monatlich werden zwei Geschichten vorgelesen, die Lernpunkte herausgearbeitet und in konkrete Mikro-Experimente übersetzt. Dieses Archiv wirkt wie ein internes Mut-Depot: Es zeigt, dass Veränderung möglich ist, inspiriert neue Ideen und würdigt leise Fortschritte. Geschichten bleiben anonymisierbar, sofern gewünscht, und machen jeden Beitrag wertvoll. Erfolge werden wiederholbar, weil ihre Zutaten sichtbar werden.

Eine Person führt ein kurzes Interview mit einer Kollegin über beobachtete Muster rund um Beteiligung, Anerkennung und Entscheidungspfade. Eine dritte Person hört zu und spiegelt nur Struktur, keine Inhalte. Danach tauschen die Beteiligten Rollen. Das Ritual beleuchtet Zusammenhänge, ohne einzelne Personen zu problematisieren. Statt Konfrontation entsteht geteilte Verantwortung. Verbündete entdecken Muster, die allein unsichtbar blieben, und entwickeln gemeinsam Experimente. So entsteht Momentum ohne Drama, getragen von Respekt, Präzision und echter Neugier auf die Wirklichkeit hinter Annahmen.
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